VW Jetta Hybrid - Stufenplan

Mit dem Jetta bringt Volkswagen sei zweites Hybridauto auf den amerikanischen Markt. Europa muss auf die saubere Stufenhecklimousine allerdings noch etwas warten.

Er war über lange Jahre das hässliche Entlein im VW-Programm: Der kantige Jetta war weder schön noch sexy, gerade gut genug für den Wackeldackel und die umhäkelte Rolle Klopapier. Die Zeiten sind vorbei. Schon mit den Vorstellung des neuen Jetta vor rund einem Jahr machte VW klar: Der einstige Stufenheck-Ableger des Golf bekommt ein Outfit mit mehr Sexappeal und macht optisch eher auf den kleinen Bruder des Passat. Vor allem in den USA sollte der Jetta punkten. Dort, wo Stufenheck-Fahrzeuge erfolgreich nicht nur in der automobilen Mittel- und Oberklasse laufen.

Die Rechnung ist weitgehend aufgegangen. Nicht nur dank der legendären Werbespots oder weil der Wagen im heimischen Chattanooga/Tennessee gebaut wird. Volkswagen legte im vergangenen Jahr in den USA kräftig hinzu und ist dort das meistverkaufte VW-Modell.

Jetzt legt Volkswagen nach und macht den Kleinen gar zum technologischen Vorreiter. Nach dem großen Touareg bekommt der Jetta als zweites Fahrzeug der Wolfsburger in den USA einen Hybridantrieb.

Der wohlbekannte und gerade mal noch 98 Kilogramm schwere 1,4-Liter-Turbobenziner erhält im Jetta Hybrid Unterstützung von einem Elektromotor. Der TSI ist mit seinen 1395 ccm Hubraum solo in Europa schon millionenfach verkauft worden - "Erprobt auf deutschen Autobahnen", wirbt VW denn auch in den USA. Schon knapp über der Leerlaufdrehzahl entwickelt er ein Drehmoment von 250 Nm - mehr, als der 2,5-Liter-Fünfzylinder im Jetta schafft. Der TSI alleine liefert im Jetta 110 kW/150 PS, beim Elektromotor kommen noch einmal 20 kW hinzu. Beim kurzzeitigen Boosten - etwa während des Überholens oder beim Beschleunigen auf die Autobahn - addiert sich die Kraft beider Motoren auf 125 kW/170 PS.

Damit lässt sich der Jetta Hybrid in rund neun Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Beim Verbrauch liegt er mit 5,2 Liter je 100 km laut VW rund 20 Prozent unter dem eines vergleichbaren Fahrzeugs mit konventionellem Antrieb. In der Stadt sind es - auch dank Stopp-und-Go - sogar rund 30 Prozent weniger. Solange er langsamer als mit 70 km/h unterwegs ist kann der Jetta rund zwei Kilometer weit rein elektrisch fahren. Im elektrischen Modus ist er entweder automatisch (bis 60 km/h) unterwegs oder eben auf Knopfdruck bis 70 km/h.

Beim Bremsen "rekuperiert" der Jetta: Die Verzögerungsenergie wird in elektrischen Strom umgewandelt und lädt den Akku auf. Ein Drittel des Sparpotenzials gehe allein auf die Wirkung der Rekuperation, gibt VW an. Sobald der Fahrer bei Geschwindigkeiten über 135 km/h vom Gas geht, setzt das "Segeln" ein: Der TSI wird abgeschaltet und per Trennkupplung vom Antriebsstrang abgekoppelt - der Jetta rollt sehr lange ohne Kraftzufuhr und Benzinverbrauch. In den USA dürfte diese Funktion allerdings keine große Rolle spielen: 135 km/h entsprechen 84 Meilen pro Stunde (mph) - schneller als 75 mph ist in Amerika allenfalls auf der Rennstrecke erlaubt.

Der TSI bildet zusammen mit dem Elektromotor und einer zwischen den beiden Antrieben installierten Trennkupplung, über die der Benziner bei rein elektrischer Fahrt oder beim "Segeln" komplett vom Antriebstrang abgekoppelt wird, das Hybrid-Modul.

Bei schneller Fahrt oder niedriger Batteriekapazität treibt allein der TSI-Motor den Jetta an. Der Motor liefert dabei mehr Kraft, als es zum reinen Vortrieb nötig wäre. Der Überschuss wird - abhängig vom aktuellen Ladezustand des Akku - dazu genutzt, die Batterie über den dann als Generator funktionierenden Elektromotor aufzuladen. Die Kraftübertragung auf die Vorderachse wird über ein nur 74 Kilogramm schweres und kompaktes 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe gesteuert.

Die Energie für den Antrieb liefert ein 35,8 Kilogramm schwerer Lithium-Ionen-Akku, der komplett hinter dem Rücksitz eingebaut ist. Der Akku besteht dabei aus 60 Einzelzellen mit jeweils 5 Ah, die sich zu einer Nennspannung von 220 Volt und einer Kapazität von 1,1 kWh addieren. Spezielle Schutzsysteme schalten den Akku im Ruhezustand oder bei einem eventuellen Unfall spannungsfrei. Insgesamt ist der Jetta Hybrid inklusive Akku-Pack nur rund 100 Kilogramm schwerer als ein konventionell angetriebener Jetta. Als Gesamtgewicht bringt er weniger als 1500 Kilogramm auf die Waage.

Dabei soll der Hybrid-Jetta besonders leise unterwegs sein - nicht nur, wenn er rein elektrisch fährt. VW hat die Abgasanlage ebenso neu konzipiert wie die Akustik-Frontscheibe oder die stärkeren Seitenscheiben vorne. "Er ist das leiseste Auto, das Volkswagen jemals in dieser Klasse angeboten hat," schwärmen die Wolfsburger.

Rein optisch zu erkennen ist der Jetta Hybrid außer am blau unterlegten Logo nur, wenn man genauer hinschaut. So gibt es aerodynamische Modifikationen am Frontspoiler, einen Diffusor am Heck sowie einen Heckspoiler. Alles in allem hat das einen um zehn Prozent verbesserten Cw-Wert gebracht.

In den USA und Kanada kommt der Jetta Hybrid im November 2012 auf den Markt - in Europa soll es Anfang nächsten Jahres losgehen.

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