40 Jahre VW Passat - Windiger Verkaufsschlager

Der VW Passat feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag. Der Nachfolger der Modelle 1600 und 411 fährt aktuell in seiner siebten Generation und ist die erfolgreiche Mittelklasse-Limousine überhaupt; der Liebling aller Dienstwagenberechtigten und Familienväter.

Wenn ein Familienauto in Deutschland über Jahrzehnte hinweg zum Straßenbild zählte, dann ist es der VW Passat. Zahllose Urlaubsfahrten, ob im Variant oder der Limousine, sind in und mit ihm erlebt worden. Insgesamt sieben Passat-Generationen durchpflügten innerhalb der vergangenen 40 Jahre nahezu jeden Winkel der Welt. Mit über 15 Millionen Einheiten zählt der seit dem Juli 1973 erhältliche Passat hinter dem Golf und dem Käfer zu den meistverkauften Autos des VW-Konzerns beziehungsweise der Welt. Wie auch der Golf verdankt der 4,20 Meter lange und 1,62 Meter breite Passat dabei einer Naturgewalt seinen Namen: den östlichen Passat-Winden. Später folgten dieser Form der Namensgebung die Modelle Bora, Jetta und Scirocco.

Der Nachfolger der Modelle 1600 und 411 war von Anfang an etwas Besonderes - vor allem für Familien. Er zählte zu den sichersten und komfortabelsten Fahrzeugen seiner Zeit. Und das, obwohl Sicherheitsgurte bei dem zu Preisen ab 9.060 DM angebotenen VW nicht zum Inventar gehörten. Für das Plus an Sicherheit sorgte vor allem sein Fahrwerk in Kombination mit dem im Gegensatz zu seinen Vorgängern vorn längs eingebauten wassergekühlten Reihenmotor und dem damit verbundenen Frontantrieb. Drei Benzinaggregate mit bis zu 63 kW / 85 PS beschleunigten den anfänglich in Wolfsburg produzierten VW bis knapp 170 Kilometer pro Stunde. 1974 kam die Kombiversion Variant auf den Markt. Die bis Oktober 1980 produzierte erste Generation wurde innerhalb der siebenjährigen Bauzeit um fünf weitere Motorenvarianten erweitert. Der Stärkste im Bunde war mit 81 kW / 110 PS der 1,6 Liter große Benzinmotor aus dem GLI, den er sich mit dem ersten Golf GTI teilte. Einen Passat GTI hat es in Serien bis heute nicht gegeben. Lediglich ein Einzelstück ist ab und zu, wie zuletzt auf der Techno Classica in Essen, zu sehen. Neben den Benzinern startete 1978 der erste Dieselmotor im Passat seinen Erfolgskurs. Der 1,5 Liter große Selbstzünder leistete 37 kW / 50 PS und verbrauchte 7,5 Liter auf 100 Kilometern. Auf Landstraßentempo befand er sich nach schier endlosen 21 Sekunden.

Im November 1980 fuhr eine komplette Neukonstruktion aus den Werken im niedersächsischen Emden. Anders als noch bei der ersten Generation war in der nun 1,69 Meter breiten zweiten Generation von Anfang an neben der 4,44 Meter langen Fließheck- die erfolgreichere und zehn Zentimeter längere Variant-Version verfügbar. Zur Wahl standen innerhalb der achtjährigen Produktionsphase Ottomotoren zwischen 40 kW / 55 PS und 103 kW / 140 PS sowie Dieselmotoren mit 40 kW / 55 PS bis 59 kW / 80 PS. Allerdings war der 2,0 Liter große Top-Benziner lediglich für den japanischen Markt gedacht. Hierzulande bildete der 2,2 Liter große Fünfzylindermotor mit 100 kW / 136 PS die Speerspitze. Wesentlich wirtschaftlicher arbeitete der 40 kW / 54 PS starke und 1,6 Liter große Dieselmotor. Im August 1982 stieg die Leistung mit dem ersten Turbodiesel im Passat auf 51 kW / 70 PS. Im Kleid des Passat Variant GT syncro hielt ab 1984 der Allradantrieb Einzug in die Passat-Modellfamilie. Der erste Versuch eines Kombi-Crossovers.

Vier Jahre später fuhr die dritte Passat-Generation vor. Aus den nun quer eingebauten Motoren sorgten mindestens 53 kW / 72 PS für den Vortrieb. Der im Frühjahr 1991 präsentierte VR6 bildete das Topmodell dieser Generation. 2,8 Liter Hubraum, sechs Zylinder und eine Leistung von 128 kW / 174 PS trieben die Limousine auf bis zu 224 Kilometer pro Stunde. Der Variant schaffte mit gleichem Motor Tempo 218. Auf Grund der neuen Motoren-Einbaulage wurde im Innenraum mehr Platz geschaffen, was allen fünf Insassen zu Gute kam. Das Angebot des syncro-Allradantriebs galt auch für den bis Oktober 1993 mehr als 1,6 Millionen Mal produzierten Passat. Insgesamt sind bis zu diesem Zeitpunkt mehr als sechs Millionen Passats verkauft worden.

Die darauf folgende vierte Generation war schon aus der Ferne als solche zu enttarnen. Denn anders als die verschlossene Front des Vorgängers verfügte der Neue über einen echten Kühlergrill. Für die Sicherheit standen serienmäßig Fahrer- und Beifahrer-Airbags, Gurtstraffer und ABS bereit. Nicht minder wichtig war die Einführung des Turbodiesel-Direkteinspritzers im Jahr 1993. Der TDI leistete 66 kW / 90 PS und verbrauchte 5,3 Liter auf 100 Kilometer. Drei Jahre später kam der 1,9 Liter große Vierzylinder-TDI mit 81 kW / 110 PS hinzu. Insgesamt standen Motoren mit bis zu 135 kW / 184 PS zur Wahl.

Im Jahr des letzten internationalen Titelgewinns der Deutschen Fußballnationalmannschaft brachte VW die fünfte Passat-Generation auf den Markt. Die größte Änderung betraf 1996 die Einbaulage des Motors: Im Neuen war sie wieder längs. Zudem wurde die Karosserie vollverzinkt, was durch eine elf Jahre andauernde Garantie gegen Durchrostung unterstrichen wurde. Das heute noch so benannte 4Motion-Allradsystem löste den syncro-Antrieb 1998 ab. ESP wurde ab September 1999 serienmäßig verbaut. Das Verkaufsverhältnis des Variant gegenüber der Limousine lag mittlerweile bei vier zu eins. Im Gegensatz zu vorherigen Modellpflegen brachte die im Oktober 2000 durchgeführte mehr Neuerungen als je zuvor mit sich. Die Front- und Heckpartien wurden so verändert, dass nicht nur VW-Kunden spürten, dass VW den Passat etwas höher positionieren wollte. Dazu zählten auch die 202 kW / 275 PS starken Achtzylinderversionen mit Allradantrieb. Das Konzept ging auf und am 13. Mai 2003 lief in Emden der zwölfmillionste Passat vom Band.

Die Weltpremiere der Folge-Generation fand am 15. Februar 2005 in Hamburg statt. Mit fünfmonatigem Abstand starteten am 11. März die Limousine und am 19. August der Variant in den Markt. Zwischen 75 kW / 102 PS und den 220 kW / 300 PS aus dem VW Passat R36 leistete die sechste Generation. Die Turbodiesel entwickelten zwischen 77 kW / 105 PS und 125 kW / 170 PS. Optional waren erstmals Doppelkupplungsgetriebe im Angebot. Seit dem 2. Oktober 2010 fährt mit der siebten, nun die noch aktuelle Generation auf den Straßen. Der auf 4,77 Meter angewachsene Passat steht derzeit ab einem Einstiegspreis von 25.375 Euro beim Händler. Die Motorenpalette des achten Zweigs im Stammbaum des VW Passat startet seitens der Benzinmotoren bei 90 kW / 122 PS und bei den Selbstzündern bei 103 kW / 140 PS.

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