Bremsanlage entlüften

Beim umgang mit bremsflüssigkeit sind folgende hinweise zu beachten:

Sicherheitshinweis

Bremsflüssigkeit ist giftig. Keinesfalls bremsflüssigkeit mit dem mund über einen schlauch absaugen. Bremsflüssigkeit nur in behälter füllen, bei denen ein versehentlicher genuss ausgeschlossen ist.

  • Bremsflüssigkeit ist ätzend und darf deshalb nicht mit dem autolack in berührung kommen, gegebenenfalls bremsflüssigkeit sofort abwischen und mit viel wasser abwaschen.
  • Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, das heißt, sie nimmt aus der luft feuchtigkeit auf. Bremsflüssigkeit deshalb nur in geschlossenen behältern aufbewahren.
  • Bremsflüssigkeit, die schon einmal im bremssystem verwendet wurde, darf nicht wieder verwendet werden.

    Auch beim entlüften der bremsanlage nur neue bremsflüssigkeit verwenden.

  • Bremsflüssigkeits-spezifikation: fmvss 116 dot 4.
  • Bremsflüssigkeit darf nicht mit mineralöl in berührung kommen. Schon geringe spuren von mineralöl machen die bremsflüssigkeit unbrauchbar, beziehungsweise führen zum ausfall des bremssystems. Stopfen und manschetten der bremsanlage werden beschädigt, wenn sie mit mineralölhaltigen mitteln zusammenkommen. Zum reinigen keine mineralölhaltigen putzlappen verwenden.
  • Bremsflüssigkeit alle 2 jahre wechseln, möglichst nach der kalten jahreszeit.

Achtung: bremsflüssigkeit ist ein problemstoff und darf auf keinen fall einfach weggeschüttet oder dem hausmüll mitgegeben werden. Gemeinde- und stadtverwaltungen informieren darüber, wo sich die nächste problemstoff-sammelstelle befindet.

Entlüften

Nach jeder reparatur an der bremse, bei der die bremsanlage geöffnet wurde, kann luft in die druckleitungen eingedrungen sein. Dann muss das bremssystem entlüftet werden.

Luft ist auch dann in den leitungen, wenn sich beim treten des bremspedals der bremsdruck schwammig anfühlt.

In diesem fall muss die undichtigkeit beseitigt und die bremsanlage entlüftet werden.

In der werkstatt wird die bremse in der regel mit einem bremsentlüftungsgerät entlüftet. Zwingend vorgeschrieben ist die verwendung eines bremsentlüftungsgerätes, wenn ein bremsschlauch demontiert wurde, wenn nur eine kammer des bremsflüssigkeitsbehälters leer war oder wenn die hydraulische kupplungsbetätigung ebenfalls entlüftet werden muss. Im normalfall geht es auch ohne das bremsentlüftungsgerät. Die bremsanlage wird dann durch pumpen mit dem bremspedal entlüftet, dazu ist eine zweite person notwendig.

Muss die ganze anlage entlüftet werden, jede radbremse einzeln und den kupplungsnehmerzylinder entlüften. Das ist immer dann der fall, wenn luft in jeden einzelnen bremszylinder gedrungen ist. Dafür immer ein bremsentlüftungsgerät verwenden. Falls nur ein bremssattel erneuert bzw.

Überholt wurde, genügt in der regel das entlüften des betreffenden bremszylinders.

Sicherheitshinweis

Ist eine kammer des bremsflüssigkeitbehälters komplett leergelaufen (zum beispiel bei undichtigkeiten im bremssystem oder wenn beim entlüften vergessen wurde, bremsflüssigkeit nachzufüllen), wird luft angesaugt, die in die abs-hydraulikpumpe gelangt. Die bremsanlage muss dann in der werkstatt mit dem entlüftungsgerät entlüftet werden. Bei ausstattung mit eds muss die bremsanlage zusätzlich vorentlüftet werden und es muss eine grundeinstellung durch ein testgerät eingeleitet werden. Bei einbau eines neuen bremsschlauchs muss die anlage ebenfalls mit einem entlüftungsgerät entlüftet werden.

Die reihenfolge der entlüftung: 1. Bremssattel vorn links, 2.

Bremssattel vorn rechts, 3. Bremssattel hinten links, 4.

Bremssattel hinten rechts.

  • Fahrzeug aufbocken.
  • Reifen-laufrichtung mit pfeil am reifen markieren. Radschrauben lösen. Fahrzeug hinten aufbocken und hinterräder abnehmen. Achtung: unbedingt hinweise im kapitel "rad aus- und einbauen" beachten.

Hinweis: die entlüfterventile der hinteren bremssättel sind erst nach abnahme der hinterräder zugänglich.

  • Bremsflüssigkeitsbehälter bis max-markierung auffüllen.

Achtung: entlüfterventile reinigen und vorsichtig öffnen, damit sie nicht abgedreht werden. Es empfiehlt sich, die ventile ca. 1 Stunde vor dem entlüften mit rostlöser einzusprühen.

Bei festsitzenden ventilen das entlüften von einer werkstatt durchführen lassen.

Achtung: während des entlüftens die entlüfterflasche 30 zentimeter höher als das entlüfterventil halten und ab und zu den bremsflüssigkeitsbehälter beobachten. Der flüssigkeitsspiegel darf nicht zu weit sinken, sonst wird über den bremsflüssigkeitsbehälter luft angesaugt. Immer nur neue bremsflüssigkeit nachgießen!


  • Staubkappe vom entlüfterventil des bremszylinders abnehmen.

    Entlüfterventil reinigen, sauberen schlauch aufstecken, anderes schlauchende in eine mit bremsflüssigkeit halbvoll gefüllte flasche stecken. Hinweis: einen geeigneten schlauch und ein passendes gefäß gibt es im autozubehör-handel.

  • Von einem helfer bremspedal so oft niedertreten lassen, "pumpen", bis sich im bremssystem druck aufgebaut hat - zu spüren am wachsenden widerstand beim betätigen des pedals.
  • Ist genügend druck vorhanden, bremspedal ganz durchtreten und fuß auf dem bremspedal halten.


  • Entlüfterventil am bremssattel etwa vz umdrehung mit ringschlüssel - 1 - öffnen. Zum öffnen der ventile gibt es spezielle entlüftungsschlüssel, zum beispiel hazet 4968/5. Ausfließende bremsflüssigkeit in der flasche sammeln. Hinweis: die abbildung zeigt nicht den bremssattel des golf/touran.
  • Ausfließende bremsflüssigkeit in der flasche sammeln.

    Darauf achten, dass sich das schlauchende in der flasche ständig unterhalb des flüssigkeitsspiegels befindet und dass die flasche über dem bremssattel steht.

  • Sobald der flüssigkeitsdruck nachlässt, entlüfterventil bei weiterhin niedergetretenem bremspedal schließen.
  • Pumpvorgang wiederholen, bis sich druck aufgebaut hat.

    Bremspedal niedertreten, fuß auf dem bremspedal lassen, entlüfterventil öffnen, bis der druck nachlässt. Entlüfterventil schließen.

  • Entlüftungsvorgang an einem bremszylinder so lange wiederholen, bis sich in der bremsflüssigkeit, die in die entlüfterflasche strömt, keine luftblasen mehr zeigen.
  • Nach dem entlüften schlauch vom entlüfterventil abziehen, entlüfterventil mit 10 nm festziehen und staubkappe auf ventil stecken.
  • Die bremszylinder an den anderen rädern auf die gleiche weise entlüften, dabei reihenfolge einhalten.
  • Nach dem entlüften den bremsflüssigkeitsbehälter bis zur max-markierung auffüllen.

Entlüften mit bremsentlüftungsgerät

  • Verschlussdeckel vom bremsflüssigkeitsbehälter abschrauben und entlüftungsgerät über einen adapter am bremsflüssigkeitsbehälter anschließen.
  • Im bremssystem einen arbeitsdruck von 2 bar einstellen.
  • Fahrzeuge mit eds: bremsanlage vorentlüften, wenn eine kammer des bremsflüssigkeitsbehälters leer gelaufen ist. Zunächst vordere bremssättel gleichzeitig entlüften, anschließend hintere bremssättel. Dazu schläuche an beide entlüfterventile aufstecken, ventile öffnen und flüssigkeit ausströmen lassen, bis sich keine luftblasen mehr zeigen. Anschließend ventile schließen. Zuletzt grundeinstellung durch ein testgerät einleiten und bremsanlage nochmals entlüften.
  • Alle fahrzeuge: in der angegebenen reihenfolge jeden bremszylinder einzeln entlüften. Dazu schlauch am entlüfterventil aufstecken, ventil öffnen und flüssigkeit ausströmen lassen, bis sich keine luftblasen mehr zeigen.

    Anschließend ventil schließen.

  • Nach dem entlüften adapter und entlüftungsgerät abbauen, dabei darauf achten, dass der bremsflüssigkeitsbehälter unter druck steht.
  • Jeden bremssattel 5-mal nach der konventionellen methode ohne entlüftungsgerät nachentlüften.
  • Reifen-laufrichtung beachten, hinterräder anschrauben.

    Fahrzeug ablassen, erst dann radschrauben über kreuz mit 120 nm festziehen. Achtung: unbedingt hinweise im kapitel "rad aus- und einbauen" beachten.

Achtung, sicherheitskontrolle durchführen:

  • Sind die entlüftungsschrauben angezogen?
  • Ist genügend bremsflüssigkeit eingefüllt?
  • Bei laufendem motor dichtheitskontrolle durchführen.

    Hierzu bremspedal mit 200 bis 300 n (entspricht 20 bis 30 kg) etwa 10 sekunden betätigen. Das bremspedal darf nicht nachgeben. Sämtliche anschlüsse auf dichtheit kontrollieren.

  • Anschließend einige sicherheitsbremsungen auf einer straße mit geringem verkehr durchführen.
  • Anschließend auf einer straße mit geringem verkehr fahrzeug mehrmals abbremsen. Dabei muss mindestens eine starke bremsung mit abs-regelung (erkennbar am pulsierenden bremspedal) vorgenommen werden. Achtung: dabei besonders auf nachfolgenden verkehr achten.

Achtung: alte bremsflüssigkeit ist ein problemstoff und darf auf keinen fall einfach weggeschüttet oder dem hausmüll mitgegeben werden. Gemeinde- und stadtverwaltungen informieren darüber, wo sich die nächste problemstoff-sammelstelle befindet.

    Siehe auch:

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