Der umgang mit dem stromlaufplan

In einem personenwagen werden je nach ausstattung bis über 1.000 Meter leitungen verlegt, um alle elektrischen verbraucher (scheinwerfer, radio usw.) Mit strom zu versorgen.

Will man einen fehler in der elektrischen anlage aufspüren oder nachträglich ein elektrisches zubehör montieren, kommt man nicht ohne stromlaufplan aus; anhand dessen der stromverlauf und damit die kabelverbindungen aufgezeigt werden. Grundsätzlich muss der betreffende stromkreis geschlossen sein, sonst kann der elektrische strom nicht fließen. Es reicht beispielsweise nicht aus, wenn an der plusklemme eines scheinwerfers spannung anliegt, wenn nicht gleichzeitig über den masseanschluss der stromkreis geschlossen ist.

Deshalb ist auch das massekabel (-) der batterie mit der karosserie verbunden. Mitunter reicht diese masseverbindung jedoch nicht aus, und der betreffende verbraucher bekommt eine direkte masseleitung, deren isolierung in der regel braun eingefärbt ist. In den einzelnen stromkreisen können schalter, relais, sicherungen, messgeräte, elektrische motoren oder andere elektrische bauteile integriert sein. Damit diese bauteile richtig angeschlossen werden können, haben die einzelnen kontakte entsprechende klemmenbezeichnungen.

Um das kabelgewirr zumindest auf dem stromlaufplan übersichtlich zu ordnen, sind die einzelnen strompfade senkrecht nebeneinander angeordnet und durchnummeriert.

Die senkrechten linien münden oben in einem meist grau unterlegtem feld. Dieses feld symbolisiert die relaisplatte mit sicherungshalter und damit die plusseitigen anschlüsse des stromkreises. Allerdings befindet sich in der relaisplatte auch eine interne masseleitung (klemme 31). Die feinen striche in dem feld machen deutlich, wie und welche stromkreise intern in der relaisplatte miteinander verschaltet sind. Unten mündet der stromkreis auf einer waagerechten linie, die den masseanschluss symbolisiert. Die masseverbindung wird normalerweise direkt über die karosserie hergestellt oder aber über eine leitung von einem an der karosserie angebrachten massepunkt.

Wenn der stromkreis durch ein quadrat unterbrochen wird, in dem eine zahl steht, weist die ziffer auf den strompfad hin, in dem der stromkreis weitergeführt wird.

In der legende unter dem jeweiligen stromlaufplan sind die einzelnen bauteile aufgelistet. In der linken spalte steht die kurzbezeichnung der bauteile, bestehend aus einem kennbuchstabe und einer ein- bis dreistelliger zuordnungszahl. In der rechten spalte steht die benennung der bauteile.

Die kennbuchstaben der wichtigsten bauteile sind:Zur genaueren unterscheidung werden den kennbuchstaben


Zur genaueren unterscheidung werden den kennbuchstaben noch zahlen angefügt.

Relais und elektronische steuergeräte sind in der regel grau unterlegt. Die darin eingezeichneten linien sind interne verdrahtungen.

Sie zeigen, wie relais und andere elektrische/Elektronische bauteile sowohl zueinander als auch auf der relaisplatte verschaltet sind.

Eine ziffer im schwarzen quadrat kennzeichnet den relaisplatz auf der relaisplatte mit sicherungshalter. Direkt am eingezeichneten relais befindet sich die kontaktbezeichnung.

Beispiel: lautet die kontaktbezeichnung im stromlaufplan 17/87, dann ist 17 die bezeichnung der klemme auf der relaisplatte, 87 ist die bezeichnung der klemme am relais/ steuergerät.

Die bezeichnung der klemmen ist nach din genormt. Die wichtigsten klemmenbezeichnungen sind: klemme 30. An dieser klemme liegt immer die batteriespannung an. Die kabel sind meist rot oder rot mit farbstreifen.

Klemme 31 führt zur masse. Die masse-leitungen sind in der regel braun.

Klemme 15 wird über das zündschloss gespeist. Die leitungen führen nur bei eingeschalteter zündung strom. Die kabel sind meist grün oder grün mit farbigem streifen.

Klemme x führt ebenfalls nur bei eingeschalteter zündung strom, dieser wird jedoch unterbrochen, wenn der anlasser betätigt wird. Dadurch ist sichergestellt, dass während des startvorganges der zündanlage die volle batterieleistung zur verfügung steht. Alle größeren stromaufnehmer liegen in diesem stromkreis. Das fernlicht wird ebenfalls über diese klemme mit strom versorgt. So wird bei eingeschaltetem fernlicht und ausgeschalteter zündung automatisch auf standlicht umgeschaltet.

Im stromlaufplan sind in den einzelnen leitungen ziffern und darunter buchstabenkombinationen eingefügt.

Beispiel: 1,5 ws/ge

Die ziffern geben an, welchen leitungsquerschnitt die leitung hat. Die buchstaben weisen auf die leitungsfarben hin.

Besteht die kennzeichnung aus zwei buchstabengruppen, die durch einen schrägstrich getrennt sind, wie im beispiel, dann nennt die erste buchstabenfolge die leitungsgrundfarbe: ws = weiß, und die zweite: ge = gelb - die zusatzfarbe.

Da es vorkommt, dass gleichfarbige leitungen für verschiedene stromkreise verwendet werden, empfiehlt es sich, die farbkombination an den betreffenden anschlussklemmen zu kontrollieren. Weiße leitungen sind zur unterscheidung zusätzlich mit einer kennnummer versehen, die im stromlaufplan unter der farbkennzeichnung steht.

Schlüssel für leitungsfarben

Bl = blau

Br = braun

Ge = gelb

Gn = grün

Gr = grau

Ii = lila

Or = orange

Ro = rot

Sw = schwarz

Ws = weiß

Leitungen, die mittels einzel- oder mehrfachsteckverbindungen miteinander verbunden sind, haben zum buchstaben "t" für die steckverbindung eine zusätzliche ziffern-kombination.

Beispiel: t2p = zweifachstecker, t32/27 = 32-fach steckverbindung mit kontaktpunkt 27.

Im stromlaufplan sind alle verbraucher und schalter in ruhestellung gezeichnet. Der geänderte stromverlauf nach betätigung eines schalters wird hier am beispiel eines zweistufen- schalters erläutert:

Wird am schalter


Wird am schalter "01242" die erste stufe gedrückt, fließt der strom von der klemme 82 kommend über die klemme 83. Die brücke der zweiten schalterstufe rückt in mittelstellung, jedoch ohne eine verbindung herzustellen. Erst beim drücken der zweiten schalterstufe rückt die brücke der zweiten schalterstufe von der internen leitung 82 auf 84 und gibt den strom über 84 weiter. Dabei bleibt über die interne verbindung im schalter, also über die rechts abgewinkelte leitung von 83 der stromfluss der ersten schalterstufe bestehen.

Achtung: sicherungen im sicherungshalter werden ab sicherungsplatz nr. 23 Im stromlaufplan mit "223" bezeichnet.

    Siehe auch:

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